Die 7 wichtigsten Erkennungsmerkmale von «Fake News» und «Deep Fake Videos»

Reto Vogt Reto Vogt on 13. Juni 2019 16:04:46 MESZ

«Fake News» gibts nicht erst seit Donald Trump. Auch lange vor seiner Präsidentschaft schrieben Menschen reihenweise Unwahrheiten ins Internet (und noch früher sogar auf Papier). Lügen werden nicht jedoch nur in Textform verbreitet, sondern auch mittels gefälschter Videobotschaften, wie das kürzlich mit Statements von Nancy Pelosi und Mark Zuckerberg passiert ist.  Heutzutage ist es wichtig zu wissen, wie Fakes als solche erkannt und im eigenen News-Stream eingedämmt werden.

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Weder Facebook noch Google (sowie andere Plattformen aus den jeweiligen Konzernen) haben es bislang in den Griff bekommen, frei erfundene Nachrichten treffsicher rauszufiltern. In aktuellen Fällen von Deep-Fake-Videos hat sich Facebook sogar bewusst dazu entschieden, gefälschte Videos von Nancy Pelosi und des eigenen Chefs Mark Zuckerberg nicht zu löschen, sondern lediglich deren Verbreitung einzudämmen. Nutzer, so sagt es ein Sprecher der Plattform, sollten selbst entscheiden, wem oder was sie glauben.

Sieh selbst: Hättest du die Fälschung erkannt?

Die Technik ist mittlerweile so weit fortgeschritten, dass wir das, was wir sehen, nicht mehr uneingeschränkt glauben dürfen. Es ist problemlos möglich, Personen Aussagen unterzuschieben, die diese nie gemacht haben. Und die Lippenbewegungen dem «Gesagten» anzupassen. Im Falle von Pelosi wurde zwar «nur» das Abspieltempo des Videos gedrosselt, um sie betrunken wirken zu lassen. Bei Zuckerberg allerdings ist Zweiteres passiert – mittels maschinellem Lernen, wie hier im Detail erklärt wird: Die Urheber, in diesem Fall zwei Künstler, konstruierten die Videos mithilfe der Firma Canny AI, und publizierten weitere, ähnliche Beispiele auf ihrem Instagram-Kanal: Dort sieht und hört man Trump, Kofi Annan oder Marina Abramovic reden; aber alle Aussagen sind gefälscht und wurden so nie getroffen.

Solange nur Künstler zu diesem Wekrzeug greifen, sind die Auswirkungen halb so schlimm. Doch was, wenn dies politische Gegner tun, um jemanden zu diskreditieren? Was, wenn vor Gericht gefälschtes Material angewendet wird und Opfer zu Tätern gemacht werden? 

Hand-curated Content hilft gegen Fakes aller Art

«Fake News», egal ob als Text, Bild oder Video, können entlarvt werden. Doch wer nicht aufpasst, fällt schnell darauf herein und verhilft dem Content auf Social Media durch Likes und Shares sogar zu noch mehr Reichweite. Eine Möglichkeit, «Fake News» vorzubeugen, sind manuell kuratierte Newsfeeds zu abonnieren. Anders als die Verbreitung von News auf Social Media von Maschinen übernommen wird, haben handkuratierte Kanäle den Vorteil, dass Menschen den Content geprüft und selektiert haben.

Solange diese Personen vertrauenswürdig sind, geraten Leser*innen nicht in Gefahr, Falschnachrichten aufzusitzen. Weil es sich je nach «Freundeskreis» auf Facebook, Twitter, oder WhatsApp trotzdem nie ganz vermeiden lässt, auf «Fake News» zu treffen, listen wir hier die 10 wichtigsten Erkennungsmerkmale auf:

Mach den Check: So erkennst du «Fakes»

  1. Unglaubwürdige und reisserische Überschriften:
    Wenn übertrieben wird, ist Vorsicht geboten. Ein weiteres Merkmal: Widersperchen sich Titel und Text, deutet ebenfalls einiges auf «Fake News» hin.

  2. Absender prüfen
    Kontrolliere den Urheber der Meldung: Wer hat diese verfasst, wo ist sie publiziert worden? Wie lange existiert die Plattform/der Account schon und wie viele Follower hat dieser? Je jünger, je weniger Anhänger, desto grösser die Wahrscheinlichkeit auf ein Fake.

  3. URL und Impressum checken
    Wurde eine seriöse Seite nachgebaut und lautet die URL tagesnzeiger.ch statt tagesanzeiger.ch oder argauerzeitung.ch statt aargauerzeitung.ch? Ebenfalls empfehlenswert: Ein Blick ins Impressum. Fehlt dieses oder ist es dubios, dann steigt die Chance auf «Fake News».

  4. Inhalte vergleichen
    Starte eine Google-Suche und prüfe, ob das Thema auch auf anderen Plattformen behandelt werden. Wenn seriöse und anerkannte Medien nicht oder anders berichten, droht ein Fake.

  5. Quellen prüfen
    Werden im Inhalt keine oder nicht überprüfbare Quellen angegeben, riecht es stark nach Fake. Wenn Quellen angegeben sind, prüfe kurz, ob diese korrekt wiedergegeben werden.

  6. Gefälschte Bilder erkennen
    Ob ein Bild echt oder gefälscht ist, lässt sich am besten durch die umgekehrte Bildersuche prüfen. Dazu speicherst du das Bild ab und gehst zur Google-Bildersuche. Dort klickst du auf das Kamera-Symbol, lädst das Bild hoch und sofort erscheinen ähnliche Bilder. So kannst du den Ursprung der potentiellen Fälschung rekonstruieren.

  7. Deep-Fake-Video enttarnen
    Es gibt drei Merkmale von Deep-Fake-Videos: unscharfe Übergänge zwischen Hals und Gesicht bzw. Gesicht und Haare, unscharfer Mundinnenraum und fehlendes Blinzeln.

Topics: Storytelling, Kuratieren, Video