Lange schallt's im Netze noch: Content Marketing lebe hoch!

Peter Hogenkamp Peter Hogenkamp on 5. Juni 2019 um 12:47:17 MESZ

Content Marketing gibt es schon seit Jahrzehnten, etwa in Form des klassischen Kundenmagazins: Zum Beispiel Salamander Lurchi aus dem Kinderschuhladen.

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Illustration: Heinz Schubel, „Lurchis Abenteuer“, Band 1, Esslinger Verlag

Ich selbst als Konsument kam vermutlich etwa 1974 das erste Mal mit einem solchen in Kontakt, als ich immer gern die Hefte vom Salamander Lurchi aus dem Kinderschuhladen las. Wikipedia weiss darüber bis heute:

«Der stets erfolgreiche Ausgang der Abenteuer ist dem vielfältigen und teils unkonventionellen Einsatz der Salamanderschuhe zu verdanken. Der Schlussreim beinahe jedes Abenteuers lautet: ‹Lange schallt’s im Walde noch: Salamander lebe hoch!›»

Aber ob ich damals wirklich Schuhe von Salamander trug? Ob der «Return on Investment» überhaupt schon gemessen wurde? Vermutlich hofften die frühen Inhalteproduzenten nur vage, dass sie ihre Kunden mit den Inhalten in die Läden holten und bei der Stange hielten. Heute ist wie immer alles besser, denn das Internet hat uns eine tolle neue Variante beschert: «Inbound Marketing». Die Inhalte stehen online, werden via Google indexiert und bringen Besucher*innen auf die Website, die diese dort entweder geschenkt bekommen oder im Tauschgeschäft «Download gegen Daten».

Als Anbieter habe ich das zum ersten Mal vor zehn Jahren ausprobiert, mit dem «Whitepaper Social Media Marketing» meiner damaligen Firma Blogwerk. Dieses 20-seitige PDF stellten wir hinter eine Maske, die nach Eingabe von Namen und Mailadresse die Datei versandte und natürlich einen Eintrag in unserem CRM Salesforce anlegte, den wir dann «qualifizieren» konnten. Natürlich hatten wir dieses Konzept nicht erfunden, aber es war damals noch wenig verbreitet; den Fachausdruck zumindest, «Gated Content», habe ich erst kürzlich gelernt. 

Ich weiss noch genau, nachdem das Whitepaper im September 2009 live gegangen war, wie ich im Dezember eine simple Auswertung machte; um Spassadressen wie «Donald Duck» hatten wir die Liste schon bereinigt. Das Ergebnis haute mich fast um: Bei knapp über 1000 Besuchen auf der Landing Page kamen wir auf wir satte 32% «Conversion» (neue Leads in der Kundendatenbank geteilt durch Seitenabrufe).

Meine Kolleginnen und Nachfolger bei Blogwerk und der Nachfolge-Agentur tinkla, ihr Archiv ist derzeit nicht mehr «gated», haben das Content-Download-Business über die Jahre weiter perfektioniert, auch immer mit gutem Erfolg.

Zurück nach 2019: Bei Scope haben wir zwar ein Produkt, das viele unserer Firmenkunden im Content Marketing einsetzen, aber wir selbst haben jahrelang eher wenig gemacht – die Metapher vom Schuster und seinen Schuhen ist ja altbekannt. Erst seit Ende März starten wir wieder durch. Und schon jetzt kann ich sagen: Es funktioniert immer noch. Während die landläufige Weisheit sicher auch wahr ist – Inbound Marketing braucht einen gewissen Vorlauf, weil Google und neue Leser*innen uns zuerst finden müssen – hatten wir erfreulicherweise über den Newsletter und Social Media schon jede Woche neue Anfragen für Webinare oder Demos.

In diesem Sinne: «Lange schallt's im Netze noch: Content Marketing lebe hoch!»

Topics: Content Marketing