Neue Content Suite: Wir arbeiten an 90% weniger!

Peter Hogenkamp Peter Hogenkamp on 17. September 2019 17:02:05 MESZ

Gmail kam 2004 mit 1 GB Gratis-Speicherplatz, mehr als zehnmal mehr als die Konkurrenz. Google hat das Prinzip seitdem verinnerlicht.

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Screenshot: Google X

Wer im Jahr 1996 schon online war, hat damals womöglich ein Hotmail-Konto eröffnet. Der Gratis-Dienst war einer der ersten viralen Hits, hatte eineinhalb Jahre nach der Gründung schon über 8 Millionen User, und wurde für über $400 Millionen an Microsoft verkauft, die seitdem etwa ein Dutzendmal den Namen änderten und es heute als Outlook.com betreiben.

Aber obwohl ich immer gern in Erinnerungen an die schlechte alte Zeit schwelge («Wir hatten ja nichts!»), konnte ich selbst kaum glauben, als ich eben bei Wikipedia las, wieviel Speicherplatz Hotmail 1996 anbot: 2 MB.

Zwei Megabyte! So viel Platz braucht ein Foto, das ich heute mit meinem iPhone mache.

Die E-Mail-Misere hatte jahrelang Bestand

Daher verbrachten wir alle damals viel Zeit mit dem Löschen von Mails, die man eigentlich überhaupt nicht löschen wollte – aber sonst wären keine neuen mehr angekommen. Die Nachricht «You have exceeded your quota!» war unser ständiger Begleiter.

Diese Misere hatte einige Jahre Bestand. Zwar erhöhten die Gratismailer nach und nach auf 5, dann 10, dann 50 MB, aber Anzahl und Grösse der eingehenden Mails schienen immer schneller anzuschwellen als der Platz im Postfach.

Bis sich im April 2004 alles änderte. Denn plötzlich brachte Google seinen neuen Dienst Gmail – mit einem Speicherplatz von 1 Gigabyte, mehr als wir uns in unseren kühnsten Träumen hätten vorstellen können. Wo andere Webmailer den Löschknopf hatten, brachte Google den neuen Button Archivieren; die explizite Begleitbotschaft lautete: «Niemand soll jemals wieder Mails löschen müssen.»

Erst 2004, mit Gmail, änderte sich alles

Gmail brachte noch weitere durchaus bahnbrechende Features, indem es sich durch die neue intelligente Web-Programmierung Ajax wie eine Desktop-App anfühlte, oder den «Conversation View», der Mails nach ihrem Subject bündelte, und natürlich die sehr gute Suche, mit der man seine Mails erstmals auch wiederfand. Aber der Quantensprung beim Speicherplatz war vermutlich der Hauptgrund, dass die User in Scharen überliefen. Gmail erhöhte die Kapazität rasch, nach einem Jahr auf 2 GB, nach einigen Jahren dann auf 7 GB, heute sind es in der Gratisversion 15 GB.

In der Fusszeile der Inbox zeigte Gmail damals (und bis heute) an, wieviel Speicherplatz man schon belegte, absolut und in Prozent. Angesichts der Angabe «7% genutzt» fühlte man sich wie im Paradies, und als kleiner Gag wuchs die rechts abgebildete verfügbare Quota jede Sekunde ein bisschen an. Mach dir keine Sorgen, rief Google uns zu, natürlich wächst dein Mailkonto, aber der Platz wächst auch, und zwar schneller. Und auch wenn man jedes Gefäss irgendwie voll bekommt, wenn man es darauf anlegt – für mich hat es in den letzten 14 Jahren wirklich ausser in Sonderfällen wie Backups und Konten-Zusammenlegungen immer gereicht.

Sich 10 Prozent zu verbessern, bringt nichts

Der Gmail-Speicher war meine erste bewusste Begegnung mit dem Prinzip, das zu einem Mantra von Google werden sollte: «10x» im Sinne von: zehnmal besser. Vermutlich war Google auch schon als Suchmaschine beim Launch zehnmal besser gewesen als seine Vorläufer wie Altavista & Co., aber das hatten wir nicht sofort gemerkt, und diesmal konnte man es viel schöner quantifizieren.

Google ist seitdem überzeugt: 10% mehr Leistung (oder: weniger Verbrauch, geringere Kosten) bringen niemanden zum Wechseln, der Faktor 10 hingegen sehr wohl. Und da es bei der Websuche wohl keinen 10x-Quantensprung mehr geben wird, wenden sie es nun vor allem auf ihre Weltverbesserungsprojekte an, die sie «Moonshots» nennen: selbstfahrende Autos, Internet in ländlichen Gebieten per Ballons, Stromerzeugung mit Drachen etc.

Googles Mutter Alphabet bündelt diese Projekte in einer eigenen Firma: «X – the Moonshot Factory». Wenn man die Website anschaut, weiss man nie genau, ob es sich um eine ernst zu nehmende Firma oder eine Eso-Sekte handelt.

Deine Newsletter-Prozesse: zehn Mal besser und schneller

Aber hat das alles nun mit unserer jeder Esoterik abholden Firma Scope zu tun? Überraschenderweise finden wir: durchaus.

Denn bekanntlich sind wir seit mehreren Jahren intensiv daran, das Bespielen eines kuratierten Newsfeeds viel einfacher und viel schneller zu machen.

Bei der Bestandsaufnahme vor dem Launch unserer neuen Scope Content Suite stellten wir fest: Wir sind schon recht weit gekommen in Sachen Effizienzsteigerung, und mit der neuen Version, die mit einigen wirklich nützlichen bis brillanten neuen Features daherkommt (ich gebe zu, ich bin nicht ganz unparteiisch), machen wir nochmal einen grossen Schritt nach vorn.

Warum also nicht gleich den Mond anpeilen. Setzen wir uns als Ziel, die alten Prozesse wie etwa die Erstellung eines redaktionellen Newsletters zehnmal besser zu machen, oder andersherum gedacht: Wir arbeiten an 90% weniger und stellen das auch gerne in einer persönlichen Demo für dich und dein Unternehmen unter Beweis.

Leseempfehlungen zum Thema

 

Hach, dieses Layout, man wird wirklich nostalgisch. Ob es wirklich stimmt, dass ein Google-Developer das Projekt in seinen «20%» angeschoben hat, wissen wir bis heute nicht genau. Der Pain Point ist aber im Artikel treffend beschrieben.

Ein Wired-Interview von 2013 mit Google-Gründer Larry Page, der damals schon überzeugt ist, dass Google den Moonshots nachjagen sollte, selbst wenn sie nichts zum Kerngeschäft beitragen.

In dieser Präsentation denkt ich sehr oft: «Puh 🙄», aber bei einigen Slides denke ich auch: «Genauso ist es!» Zum Beispiel passt das Zitat auf Seite 50: «Your biggest problems are your biggest opportunities!» recht gut zu uns.

Topics: Newsletter und E-Mail, In eigener Sache, Internet, Scope-Newsletter Peter